Von der Kunst des Anhaltens
Die Kunst des Anhaltens – Ein Sommergruß von der Wegwarte
Am Wegesrand blüht sie ganz unscheinbar und doch wunderschön – die Wegwarte. Eine zarte, himmelblaue Blüte, die ihre Blüten nur dem Tageslicht öffnet. Sie steht nicht mitten auf dem Pfad, sondern am Rand, ein wenig abseits, beinahe übersehbar. Und doch hat sie eine stille Kraft: Sie lädt die/den Vorübergehende/n zum Innehalten ein.
In unserer schnelllebigen Zeit braucht es manchmal genau das – ein leises Zeichen, eine Einladung zur Pause. Als Heilpraktikerschule tragen wir nicht umsonst ihren Namen. Die Wegwarte erinnert uns daran, dass Wachstum nicht immer durch Bewegung geschieht. Manchmal entsteht es in der Stille, in der Unterbrechung, im bewussten Nichtstun.
Gerade jetzt, zu Beginn der Sommerferien, möchten wir dich ermutigen: Halte an. Lass deinen Blick schweifen. Gönn dir einen Moment ohne To-do-Liste, ohne Pläne, ohne Ziel. Dein Nervensystem wird es dir danken. Denn echte Regeneration geschieht nicht im Tun, sondern im Lassen. Studien zeigen, dass Pausen unser parasympathisches Nervensystem aktivieren – den Teil, der für Ruhe, Erholung und Heilung zuständig ist. Nur wenn wir innehalten, können Körper und Geist wirklich auftanken.
- Wie ist das bei dir?
- Kannst du innehalten? Gelingt es dir, dir selbst eine Pause zu erlauben?
- Was sind deine inneren Überzeugungen, die dich dazu bringen, immer weiterzumachen?
Auch wir von der Wegwarte folgen diesem Ruf zur Pause:
Meine liebe Kollegin Steffi bricht gerade in die Mongolei auf, um unter weitem Himmel, fern vom Alltag, nah bei sich selbst zu sein. Und ich, Ildikó, habe mir im Frühjahr bewusst Zeit in Portugal genommen. Zum Besinnen, zum Spüren, Sortieren und einfach Sein.
Die Wegwarte blüht nur für kurze Zeit. Ihre Schönheit liegt in der Vergänglichkeit, im Moment. Vielleicht ist genau jetzt so ein Moment, um stehen zu bleiben, tief durchzuatmen und sich von der Kunst des Anhaltens berühren zu lassen.
Wir wünschen dir einen Sommer voller kleiner Pausen, großer Erkenntnisse und der stillen Freude, einfach da zu sein.
Herzlich, Ildikó und Steffi
Nichtstun ist die vielleicht wichtigste und zugleich am meisten unterschätzte Tätigkeit unseres Lebens.“
– Anselm Grün-